Was isst man in der Schweiz an einem Tag?
In der Schweiz gibt es zum Zmorge Brot, Konfitüre und Birchermüesli, mittags etwas Warmes und um etwa 18:30 ein einfaches Znacht, dazwischen Znüni um 9:00 und Zvieri um 16:00. Fondue und Raclette gehören zu Winterabenden.



Typische Gerichte und ihre Kalorien
Frühstück
Unter der Woche ist das Zmorge schnell, zwischen 6:30 und 7:30: Brot mit Butter und Konfitüre, ein Gipfeli oder Birchermüesli aus Haferflocken, Joghurt und geriebenem Apfel, das ein Schweizer Arzt um 1900 erfand, etwa 180 kcal pro Schale. Am Wochenende beginnt es gegen 9:00 mit Zopf, dem geflochtenen Butterbrot für Samstag und Sonntag, dazu Käse, Eier und Kaffee.
Mittagessen
Das Zmittag ist warm und meist zwischen 12:00 und 13:00, in der Kantine, im Restaurant oder zum Mitnehmen. Der Klassiker ist Zürcher Geschnetzeltes, feine Kalbfleischstreifen in Rahm und Champignonsauce mit Rösti, etwa 400 kcal ohne die Rösti. Viele Restaurants bieten ein Mittagsmenü mit Suppe oder Salat.
Abendessen
Das Znacht gibt es früh, zu Hause etwa zwischen 18:00 und 19:00, und oft kalt: Brot, Käse, Aufschnitt, Butter und Tee. Im Winter teilt man Käsefondue, Brot in geschmolzenem Gruyère und Vacherin mit Weisswein, etwa 980 kcal pro Person, oder Raclette, Käse, der vom erhitzten Laib auf Kartoffeln und Essiggemüse geschabt wird.
Vorspeisen
Viele Mahlzeiten beginnen mit einem grünen Salat mit cremiger French Sauce. In den Bergen kommt vor Fondue oder Raclette ein Teller Bündnerfleisch auf den Tisch, dünn geschnittenes luftgetrocknetes Rindfleisch aus Graubünden, mit Brot. Bündner Gerstensuppe mit Gemüse und Rauchfleisch ist die wärmende Vorspeise der Alpen.
Desserts
Schokolade ist Dessert, Zwischenmahlzeit und Souvenir: In der Schweiz isst man über 11 kg pro Kopf und Jahr, mehr als irgendwo sonst. Im Greyerzerland gibt es Meringues mit dicker Doppelrahm, Zug ist für die Zuger Kirschtorte bekannt, und die Engadiner Nusstorte mit Karamell und Baumnüssen hält sich wochenlang.
Getränke
Kaffee trinkt man überall, am häufigsten als Café crème. Rivella, ein Süssgetränk aus Milchserum, gibt es seit 1952, und Kinder wachsen mit Ovomaltine auf, einem Malzgetränk mit Schokolade. Die Schweiz baut rund 250 Rebsorten an, Chasselas ist der meistgetrunkene Weisse, und der grösste Teil des Weins wird im Land selbst getrunken.
Streetfood
Der Cervelat ist die Nationalwurst, jedes Jahr werden rund 160 Millionen hergestellt, und man brät ihn über dem Feuer mit eingeschnittenen Enden, die sich aufbiegen. In St. Gallen isst man die Bratwurst mit einem Bürli und traditionell ohne Senf. Im Winter verkaufen Stände heisse Marroni in Papiertüten.
Dort normal, anderswo seltsam
Der Tag hat fünf Mahlzeiten, mit Znüni um 9:00 und Zvieri um 16:00, und in Schulen gibt es zum Znüni oft einen Apfel. Zum Fondue trinkt man Weisswein oder Schwarztee, und wer sein Brot im Caquelon verliert, zahlt oft eine Runde. Mittagszeit und Sonntag sind Ruhezeiten, dann mäht niemand den Rasen.